Hannelore Gerstenkorn (links) und Christine Erdös berichten den Ehrenamtlichen und Mutiplikatoren von ihrer Teilnahme in Wittenberg.

OBERNKIRCHEN. Die zweite Runde ist beendet, rund 35 Ehrenamtliche, Mitarbeiter und sogenannte Multiplikatoren, die von dem Ereignis in ihren Gemeinden (und nicht nur dort) berichten sollen, haben sich das Stift und die umliegenden Sehenswürdigkeiten wie Museum und den Westflügel des Stiftes als Übernachtungsmöglichkeit angeschaut, sie haben sich über das Projekt und das Begleitprogramm informieren lassen, und Pastorin Heike Köhler kann ein Zwischenfazit ziehen, es fällt kurz aus, zwei Worte sind es nur: „Et löppt.“
Was läuft, das ist ein Projekt, mit dem ab dem 12. April die Kirchengemeinde weit über die Grenzen der Stadt und des Landkreises um Aufmerksamkeit und einen Besuch werben möchte: Der ErlebnisRaum Taufe, der sich vor drei Jahren beim großen Luther-Jubiläum in Wittenberg als Publikumsrenner erwies.
Köhlers Stelle in Obernkirchen ist geteilt: eine halbe ist für das Großprojekt im kommenden Jahr gedacht, einehalbe für die Gemeindearbeit,wobei der ErlebnisRaum Taufe die höhere Priorität genießen wird. Köhler rechnet durchaus mit hohen Besucherzahlen, aber dass der Strom vom ersten Tag an einsetzen wird, das denkt sie nicht.
Auch in Wittenberg habe es seine Zeit benötigt, bis die Menschenströme kamen. „Es brauchte eine lange Anlaufphase.“
Aber es gibt einen Termin, der mit einer Person, einem Medium und entsprechenden Hoffnungen verknüpft ist: Am 28. Juni soll Margot Käßmann in der Stiftskirche einen Gottesdienst zum ErlebnisRaum Taufe durchführen, und dieser Gottesdienst werde bundesweit im Radio übertragen, erklärt Köhler. Und danach, so meint sie, „machen sich die Leute auf den Weg“.
Käßmann ist evangelisch-lutherische Theologin und Pfarrerin in verschiedenen kirchlichen Leitungsfunktionen, sie war elf Jahre Landesbischöfin und von 2012 bis 2017 „Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017“.
Mit dem Aufbau des Erlebnis-Raumes in der Kirche wird im Februar begonnen, nach der Ordination des neuen Pastors Christoph Klöcker.
Für Aufbau, Installation und technische Umsetzung ist Architektin Ulrike Tüpker verantwortlich, sie wird dabei im Gotteshaus die Qual der Wahl haben: In Wittenberg umfasste der ErlebnisRaum 120 Quadratmeter, in der Kirche selbst stehen rund 1000 zur Auswahl. Wobei nicht der gesamte oder auch nur jeder Platz genutzt werden kann, denn das Gemeindeleben geht auch in der Zeit der Ausstellung von April bis September seinen gewohnten Gang, es wird ja weiterhin Gottesdienste und Konzerte geben.
Eröffnet wird der Erlebnis-Raum am Ostersonntag um 14 Uhr mit einem Gottesdienst, halten wird ihn der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers: Ralf Meister folgte Margot Käßmann vor neun Jahren in diesem Amt. Live im Radio: Gottesdienst mit Käßmann ErlebnisRaum Taufe: „Es brauchte eine lange Anlaufphase“

VON FRANK WESTERMANN, SZ vom 31.01.2020

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