OBERNKIRCHEN. Die Wege, die Flüsse, das Leben – der Anfang kann entscheidend sein, auch im Rückblick. Mit diesem Gedanken befasste sich Dr. Karl-Hinrich Manzke, von Pastorin Dr. Heike Köhler kurz als „Bückeburger Bischof“ vorgestellt, anlässlich eines sehr gut besuchten Gottesdienstes auf dem Kirchplatz vor der Stiftskirche.

Vor dem Gottesdienst nahm auch Manzke die Gelegenheit wahr, in den „ErlebnisRaumTaufe“ einzutauchen. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Installation, die sich moderner Medien bedient, um Vorstellungen zu wecken vom Geheimnis der christlichen Taufe als Beginn der Zugehörigkeit, der Obhut und des Aufbruchs. Der Betrachter kann sich in überwältigenden Wasserwelten wähnen, ohne sich ängstigen zu müssen, kosmische Klänge rühren an andere Saiten der Seele als Alltagslärm oder Gerede. „Lebenslänglich“ ist ein Text überschrieben, der Fragen zur Taufe beantwortet. Sie sei einmalig und unwiederholbar als Initiation.

Worte Martin Luthers werden den Besuchern mit auf den Weg gegeben. Von täglicher Reue und Buße des Menschen ist die Rede, aus dem Geist der Erneuerung, der Glaubensgemeinschaft und der Lebensbejahung heraus. Mit dem imposanten Projekt „ErlebnisRaumTaufe“ beteiligte sich die EKD an der Expo, die 2017 zu Wittenberg aus Anlass des Lutherjahres stattfand. Seitdem nimmt das „Kino der besonderen Art“, wie Werner Hobein sich an der Hygieneschranke auf dem Kirchplatz ausdrückte, seinen Weg durch die einzelnen Landeskirchen.

Bischof Manzke, zu dessen Tross an diesem Tag in der benachbarten Landeskirche auch der Theologische Referent Lutz Gräber gehörte, näherte sich seinen Zuhörern durch einen Blick auf menschliche Wege, Hindernisse und Irrwege. So könne es heilsam sein, sich bei Schwierigkeiten in der Partnerschaft auf die Anfänge der Liebe zu besinnen.

Als Gastgeberin hatte Heike Köhler eingangs vom „fragilen Leben“ gesprochen, das derzeit besonders zu Bewusstsein komme, aber auch neue Kräfte wecke. Die Band „joy4you“ stimmte nachdenklich stimmende, aber auch heiter klingende Töne an. „Zeit zum Klagen“ wurde ebenso erbeten wie „Zeit zum Geben“. Worte aus dem Markus-Evangelium konnten als Einladung verstanden werden, sich auf das wundersame Geheimnis der Taufe einzulassen: „Hilf meinem Unglauben!“

Noch bis zum 27. September besteht von Donnerstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr die Gelegenheit, den „ErlebnisRaumTaufe“ in der Obernkirchner Stiftskirche zu besuchen.

Quelle: SZLZ vom 24.08.2020, Autor Volkmar Heuer-Strathmann

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