Landeskirche stellt „Erlebnis-Raum Taufe“ in Wittenberg vor

Die hannoversche Landeskirche hat am Dienstag in der Lutherstadt Wittenberg ihr Projekt zum 500. Reformationsjubiläum vorgestellt. Als Teil der Weltausstellung Reformation soll ein sogenannter Erlebnis-Raum in der Altstadt „an die eigene Taufe erinnern, darüber informieren oder dazu einladen, sich vielleicht irgendwann taufen zu lassen“, sagte der Geistliche Vizepräsident des evangelischen Landeskirchenamtes, Arend de Vries. An der Vorbesichtigung nahm auch Landesbischof Ralf Meister teil.

Auf 120 Quadratmetern erwartet die Besucher ab dem 20. Mai ein Ort, „der die Sinne anspricht und einen Zugang zum Taufverständnis und Christsein ermöglicht“, sagte Projektleiterin Ulrike Tüpker. „Taufe kann man nicht gestalten, deshalb sollen die Räume Immaterialität ausdrücken“, erläuterte die Innenarchitektin.

Der erste, in blaues Licht getauchte Raum solle zum Ruhen und Erfahren einladen, hieß es. Tablets, die in die Sitzgelegenheiten eingelassen sind, halten Informationen zum Thema Taufe bereit. Zudem gibt es eine Multimedia-Präsentation in einem zweiten Raum. „Wir haben uns bewusst für ein sehr abstraktes Werk entschieden, das assoziativ arbeitet und einen mitnimmt durch die Höhen und Tiefen des Menschseins, mit allen Brüchen und allem Schönen, aller Emotionalität und Gemeinschaft“, sagte die Kulturmanagerin Tüpker.

Landesbischof Ralf Meister sah den Film zum ersten Mal und fand ihn „beeindruckend und richtig spacig, aber gelungen“. Er spiele mit dem Medium Wasser, das für Christen bei der Taufe ihr Leben verändere, sagte er: „Dieser Moment stellt alles auf eine Vertrauensbasis mit Gott. Und diese Basis heißt: Du bist nie allein, Gott ist immer an deiner Seite.“ Martin Luther (1483-1546) soll daher mit Kreide immer wieder auf seinen Tisch geschrieben haben: „Ich bin getauft.“ Das dürfen dem Reformator auch die Besucher des Erlebnis-Raumes an einem Tisch nachmachen.

Nach der multimedialen Inszenierung treffen die Gäste im letzten Raum auf einen etwa 500 Jahre alten und 500 Kilo schweren Taufstein. Dort soll während des Reformationssommers immer jemand stehen, um eine Tauferinnerung zu sprechen. Ersttaufen sollen jedoch nur in Ausnahmefällen ausgeführt werden.

Die Weltausstellung Reformation mit dem Titel „Tore der Freiheit“ feiert von 20. Mai bis 10. September den 500. Geburtstag der evangelischen Kirche. In Wittenberg, wo Martin Luther gelehrt und gepredigt hat, präsentieren sich Organisationen aus aller Welt. An sieben symbolischen Toren rund um die Altstadt laden sie zu Konzerten und Begegnung ein unter den Themen Spiritualität, Jugend, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Globalisierung, Kultur sowie Ökumene und Religion. (epd Niedersachsen-Bremen)

Alle Bilder: Johannes Neukirch

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